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Moderner Arbeitsmarkt und Pflegeausbildung- Austausch
Die Ausbildungsreform der Pflegeberufe ist eine notwendige Konsequenz des soziodemografischen Wandels in der Gesellschaft und der notwendigen technischen Innovation der Prozesse in der Pflege. Sie dient der langfristigen und dauerhaften Sicherstellung der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung entsprechend der neuen körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse. Gleichzeitig sollen eine höhere Pflegequalität und Durchlässigkeit der Berufe gesichert werden. Der demographische Wandel mit seiner Zunahme älterer Bürger und der gleichzeitigen Zunahme chronischer Erkrankungen und Demenzkranker erfordert mehr und flexiblere Fachkräfte. Laut Aussage des Chefs des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes der Krankenkasse sind in den ersten 10 Monaten 2017 660000 neue Leistungsempfänger nach dem aktuell gültigen Verfahren anerkannt worden (Ausgabe1/2018 des Pflegemagazins Heilberufe, S3.)
Die Pflegewirklichkeit zeigt, dass weder die ambulante Dienste noch die Pflegeheime über genügend Personal verfügen, um die Mehrarbeit zu leisten, was nicht nur eine Frage der Anzahl der Fachkräfte ist, sondern gleichermaßen eine Frage Kompetenz, den Anforderungen aus Innovation, Digitalisierung und Steigerung von Effektivität und Effizienz zu begegnen (Ausgabe1/2018 des Pflegemagazins Heilberufe). Digitalisierung und Technik sollen zu einer Arbeitsverdichtung, zur Freisetzung bisher gebundener Kapazität in Verwaltung und Organisation (Pflegekräfte wenden 8% ihrer Zeit für logistische Abläufe auf, Dr. C. Bamberg ZeQ AG, Jan. 2017) und zu mehr Freiraum für soziale Interaktion führen. Um diese Effekte zu erreichen, müssen die Beschäftigten die erforderliche Qualifikation, sprich Ausbildung, mitbringen. Dies ist sicher ein sukzessiver Prozess, der jedoch dringend in Angriff genommen werden muss.
Das beantragte Projekt setzt seine Schwerpunkte auf den Austausch von Wissen, Erfahrung und Best-Practice Beispielen zu Ausbildungsinhalten, die oben-genannte Anforderungen widerspiegeln.
Der Austausch erfolgt hinsichtlich praxisnaher und arbeitsmarktrelevanter Ausbildungsinhalte in den Curricula für die Berufe Altenpfleger/in sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/in (Deutschland), Pflegeassistent/in und Pflegefachassistent/in (Österreich) und Krankenschwester/"Pilengniarka" (Polen). Die Austauschinhalte leiten sich aus dem Text zur Erklärung der Wahl der Prioritäten ab.
Der Austausch geht als Vergleich der Ist-Stände, Herausarbeiten der Potentiale für die einzelnen Partner und Diskussion der Anwendbarkeit erfolgreicher Best - Practices beim jeweils anderen Partner vonstatten. Eine erste Bewertung der Übernahmechancen gehört gleichfalls zu den Aufgaben.
Als direkte Zielgruppen werden das Personal der Pflegeeinrichtungen, die Einrichtung als Organisationsstruktur und das Lehrpersonal der Partner und anderer Ausbildungseinrichtungen in die Arbeit einbezogen. Indirekte Zielgruppen sind Auszubildende, Pflegebedürftige, Gesundheits- und Sozialministerien, Verantwortliche, die die Lehrpläne bestätigen, sowie Verbände und Organisationen, deren Aufgabengebiete die Projektinhalte tangieren bzw. die die entsprechenden Berufe als Verband vertreten. Darüber hinaus sollen auch Jugendliche im Prozess der Berufswahl angesprochen werden (Erhöhung der Attraktivität de4r Pflegeberufe).
Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten Projektpartner aus drei europäischen Ländern zusammen.
Deutschland und Polen befinden sich im Prozess einer Pflegereform. Österreich hat im Juli 2016 mit Beschluss des Nationalrates neue Ausbildungsinhalte schon in Angriff genommen. Eine transnationale Zusammenarbeit sichert, dass unterschiedliche Erfahrungen einfließen, verschiedene Stände verglichen werden können und ein Ansatz für einen transnationalen, sprich beispielhaften Charakter für Europa gefunden werden kann.

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